Die Methoden der TraumatherapieVerarbeitung belastender Erfahrungen und ErneuerungBei Leiden an unverarbeiteten Belastungserfahrungen, bei Panikattacken und chronischen Schmerzen. Bei Vorliegen zusätzlicher Erkrankungen wie Depression, Sucht, Ess- oder Dissoziative Störung in Kombination mit spezifischen Therapien. Viele Erwachsene tragen unverarbeitete Belastungserfahrungen mit sich, oft bis in die Kindheit zurückgehende, und leiden daran, weil sich aus diesen Erfahrungen häufig chronische Ängste, Gefühle eigener Wertlosigkeit und Beziehungsmuster ergeben haben, die das Leben erschweren und Liebesbeziehungen tendenziell kaputt machen. Die vielfältigen Methoden moderner Psychotraumatherapie sind zur Therapie psychischer Traumata und ihren Folgen entwickelt worden. Sie sind jedoch ebenso hoch wirksam auch bei Belastungserfahrungen, die nicht traumatisch waren und dennoch seit langer Zeit unverarbeitet sind und das eigene Leben beeinträchtigen. Bei zunehmend mehr psychischen und psychosomatischen Erkrankungen erkennt die Forschung als Basis ein längerfristiges tiefgreifendes inneres Ungleichgewicht: unverarbeitete Belastungen und chronisch negative Gedanken und Gefühle über sich selbst ergeben soziale und berufliche Probleme und alles zusammen ist ein ständiger Nährboden, der tendenziell krank macht. Welche Krankheit dann entsteht und bleibt, Ess-, Panik-, chronische Schmerzstörung, Depression oder Sucht, hängt von ererbten "Schwachstellen" ab, von Zufällen und "Vorteilen", die die Erkrankung bringt. Die Therapie führt Betroffene zuerst aus der Sackgasse ihrer Symptome und deren "Vorteile" heraus; dazu setzt sie speziell auf die Symptome zugeschnittene Methoden ein, in der Regel Ansätze der Verhaltenstherapie. Um darüber hinaus eine Therapie nachhaltig zu machen, muss auch der innere krankmachende Nährboden geheilt werden und dazu gehört die Therapie unverarbeiteter Belastungserfahrungen und Defizite. Diese integrative Sichtweise wird von Vertretern herkömmlicher Therapierichtungen noch oft abgelehnt, in der Psychotraumatherapie ist sie selbstverständlich. In der Stabilisierungsphase werden zuerst innere und äussere Ressourcen (Kraftquellen) gefördert wie ein sicherer Ort, eine sichere Tätigkeit; helfende innere Beistände, eine verständnisvolle Beziehung zu sich selbst und zum "inneren Kind" wird aufgebaut. Emotionale Belastbarkeit, Alternativen zu Sucht- und selbstverletzendem Verhalten und eine stabile äussere Lebenssituation mit Freundschaften sind Voraussetzungen für alle weitere Arbeit. Je nach Schweregrad der Probleme nimmt diese Stabilisierung Wochen, Monate oder länger in Anspruch. In der Konfrontationsphase werden die wichtigsten noch unverarbeiteten Belastungserfahrungen gemeinsam angeschaut und verarbeitet. Dazu haben sich neben verhaltenstherapeutischer Konfrontationstherapie international zwei Methoden durchgesetzt: EMDR (Eye movement desensitization and reprocessing) undScreening (Bildschirmtechniken)Beide Methoden gehen ganzheitlich vor: sie beziehen die inneren Bilder, die Einstellungen zu sich selbst (Kognitionen), die Gefühle (Emotionen) und das Körpererleben mit ein. Weil sie keinen Aspekt ausser Acht lassen und zusätzlich neurobiologisch den Verarbeitungsprozess direkt anstossen und beschleunigen, sind sie hoch wirksam und gründlich. Eingebettet in die haltgebende vertrauensvolle Therapiebeziehung. Heute ist es nicht mehr fachgerecht, traumatische Erinnerungen mit konventionellen Therapiemethoden zu behandeln. In der Therapie an den negativen Gedanken über sich selbst zu arbeiten ohne die dahinter liegenden Belastungserfahrungen zu verarbeiten, ist aus traumatherapeutischer Sicht nicht nachhaltig. Denn mit den Methoden moderner Traumatherapie werden jahrelang eingeschliffene negative Gedanken über sich selbst von ihren Wurzeln her aufgelöst und positive Einstellungen treten hervor mit entsprechend positiven Gefühlen der Erleichterung, der Lebensfreude und Zuversicht. Betroffene äussern sich oft so: "Ich verändere mich von innen her, es geht wie von selbst, ich fühle mich freier und glücklicher." Mich erinnert das an die Ausstrahlung eines Kindes, das sich geliebt fühlt und aus sich selbst heraus glücklich ist. EMDR -Eye movement desensitization and reprocessing- wurde durch Francine Shapiro in den USA entwickelt, seit 1989 in ersten wissenschaftlichen Studien publiziert und seither immer mehr weltweit verbreitet. Mit EMDR konnten Personen, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litten und oft seit vielen Jahren unter Symptomen litten wie Alpträumen, Flashbacks, Schuldgefühlen, Aggressionen sowie Depressionen und Süchten als Folge des Traumas, in kurzer Zeit geheilt werden. Solche Beispiele der Traumatherapie mit Vietnamveteranen, Vergewaltigungsopfern und mit Eltern, die ein Kind verloren haben, beschreibt Francine Shapiro in ihrem Buch "EMDR in Aktion"; die Behandlung traumatisierter Menschen; die neue Kurzzeittherapie in der Praxis; Junfermann-Verlag 2001. Einmalige Traumata können mit EMDR oft in einer Kurzzeittherapie verarbeitet werden, wenn keine Vorbelastungen bestehen. Auch der Verlust einer ganz wichtigen Bezugsperson kann traumatisch sein. EMDR kann hier Blockaden im Trauerprozess lösen. Belastende Erfahrungen, die in der Lebensgeschichte immer wieder geschehen sind, zum Beispiel wiederkehrende Demütigungen und Gewalterfahrungen in der Kindheit brauchen mehr Zeit, aber auch für solche Probleme ist eine spezifische Traumatherapie die Methode der Wahl. Solche längerdauernden Therapien von chronischen Kindheitsverletzungen beschreibt Laurel Parnell in ihrem Buch: "EMDR - der Weg aus dem Trauma"; über die Heilung von Traumata und emotionalen Verletzungen; Junferman-Verlag 1999. In der Praxis werden bei vielen Menschen Traumafolgestörungen noch nicht erkannt. Die Symptome schwer traumatisierter Menschen mit komplexen Traumastörungen werden noch oft mit einer Psychose verwechselt. Hier geschieht im Moment international ein langsamer Umbruch. Bei Kindern geht die Verarbeitung traumatischer Erfahrungen noch schneller als bei Erwachsenen. Joan Lovett hat dies in ihrem Buch sehr schön beschrieben: "Kleine Wunder"; Heilung von Kindheitstraumata mit Hilfe von EMDR; Junfermann-Verlag, 2000. Ebenso empfehlenswert ist das Buch von Ricky Greenwald: "EMDR in der Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen"; Junfermann-Verlag, 2001. Infos zu Psychotraumatherapie und EMDR finden Sie unter: Die Krankenkasse übernimmt bei Vorliegen einer psychischen Störung für die Psychotherapie einen Teil der Kosten aus der Zusatzversicherung. Informationen dazu unter folgendem Link: Kontakt:  079 817 36 72 - Praxis Bern  031 332 17 67 - Praxis Thun  033 243 35 69 |