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Essstörungen - Bulimie und Anorexie



Bulimie - Ess-Brechsucht

Im Durchschnitt etwas später als Anorexie, mit ca 18 Jahren beginnend, zunehmend bei Männern, aber bei Frauan noch wesentlich stärker verbreitet. Symptome:

- andauernde Beschäftigung mit Essen, unwiederstehliche Gier nach Essen, Essattacken, danach meist Erbrechen
- krankhafte Furcht davor, dick zu werden. Betroffene setzen sich eine Gewichtslimite, die unter im Bereich des Untergewichts liegt
- negatives Selbstbild
- Krankheitseinsicht ist möglich.



Anorexie - Magersucht

Oft ab 12 Jahren beginnend; das Gewicht liegt mindestens 15% unter dem erwarteten Normalgewicht, Body-Mass-Index BMI unter 18,5: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergrösse in Metern im Quadrat. Beispiel: Gewicht 44kg geteilt durch Grösse 1,70m x 1,70m = 15,2. Zusätzliche Symptome:

- fixe Überzeugung, zu dick zu sein und immer dünner werden zu wollen, ganz gleich, wie dünn man schon ist
- Gewichtsverlust wird herbeigeführt durch Erbrechen, extrem wenig Essen
- keine Krankheitseinsicht, sozial isoliert, tiefgreifende Wertlosigkeitsgefühle.

Beide Erkrankungen bringen auf die Dauer grosse zum Teil irreversible körperliche Schäden: Kalzium-, Kalium- und Eiweissmangel, Osteoporose, Herzmuskelschrumpfung, Herzrhythmusstörungen und Nierenfunktionsstörungen, so dass Herzstillstand die häufigste Todesursache ist bei beiden Essstörungen.

Nun gibt es im Internet den "Ana-Kult": Die "Gläubigen" legen ein Glaubensbekenntnis ab über 10 Gebote, deren eines lautet:


"Ich glaube, dass ich
die schlechteste und nutzlosteste Person bin
die je auf unserem Planeten gelebt hat
und dass ich es absolut nicht wert bin
die Zeit und Achtung von irgendjemandem zu beanspruchen."


Liebe junge Frau, die Du dies vielleicht liest: so kann nur Jemand über sich selbst denken, der krankmachende Dinge hat erleben müssen, vielschichtige, vielleicht langjährige Belastungserfahrungen, in der Regel Traumata.

Das können Vernachlässigung, Einsamkeit, ein Aufwachsen in Kälte und Lieblosigkeit, mit immer wiederkehrenden Demütigungen oder Ablehnung sein, oder einfach total distanziert, anonym, ganz ohne Wärme, Nähe und Geborgenheit, so dass man sich als Kind total unerwünscht und wie ein Möbelstück vorkommt. Es kann auch körperliche oder sexualisierte Gewalt sein. Nun das Wichtigste: jedes Kind auf der Welt, das so aufwächst, bezieht die schlimmen Dinge auf sich selbst und denkt "ich bin daran schuld, ich bin nichts wert, ich bin schlecht, habe keine Liebe verdient." Warum ist das so?

Wenn die Kinder so denken, dann sehen sie noch eine Chance, nämlich, wenn sie bloss besser werden und liebenswerter, dann wird vielleicht alles gut, dann werden die Eltern lieb sein, wieder zusammen kommen, etc.

Ohne dass ich Dich bis jetzt kenne, sage ich Dir von ganzem Herzen: Du bist wertvoll, genau gleich wie jedes unschuldige Kind, und alle Kinder sind unschuldig an dem wie Erwachsene mit ihnen umgehen.
Genau so wertvoll bist Du wie die ganze Welt, Blumen, Tiere, Berge und Sterne. Dass Du so schlecht über Dich selber denkst, ist die Folge der krankmachenden Erfahrungen, die Du hast machen müssen. Das hat dazu geführt, dass Du Deinen Wert nicht spüren kannst. Es ist wie ein Baum, der seine Wurzeln nicht mehr spüren kann. Aber sie sind doch da.
Stell Dir vor, eine schöne Blume würde so schlecht über sich denken. Natürlich kann sie nicht denken, aber stell Dir vor, sie würde so empfinden wie die schlechten Gedanken sagen. Was würde geschehen? Könnte sie weiter blühen?

Wenn Du Dir das mal so überlegst, findest Du es besser, dass ein Mädchen sich selber opfert? Oder könnest Du Dir vorstellen, das Mädchen macht sich auf, seine krankmachenden Erfahrungen herauszufinden, zu verarbeiten, die Belastungen gründlich aufzulösen und sich dann an einem kleinen Ort für eine wärmere Welt einzusetzen? Anstatt zu sterben auch nur einem einzigen Tier zu helfen oder Kindern, die allein sind? Das ist heute mehr als je möglich!

Im Berner Inelspital gibt es eine Sprechstunde für Essstörungen.
Schau mal rein unter:

  • Pepinfo


  • Netzwerk Essstörungen


  • EMDR Schweiz


  • Luise Reddemann




  • Die Krankenkasse übernimmt bei Vorliegen einer psychischen Störung für die Psychotherapie einen Teil der Kosten aus der Zusatzversicherung. Informationen dazu unter folgendem Link:


  • Infos zu den Krankenkassenbeiträgen



  • Kontakt:  079 817 36 72   -  Praxis Bern  031 332 17 67   -  Praxis Thun  033 243 35 69

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